Was darf die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie kosten?

Der Heilpraktiker für Psychotherapie ist kein klassischer Beruf, dessen Ausbildung gesetzlich geregelt ist. Daher müssen Sie für die Ausbildung selbst in die Tasche greifen und diese aus eigenen Mitteln finanzieren. Hinzu kommt, dass es leider viele Anbieter gibt, die keine qualitativ gute Ausbildung anbieten, sondern einfach nur hohe Preise für ihre mäßige Ausbildungsqualität verlangen.

Die Kosten sind somit nicht nur wichtig in Bezug auf das Absolvieren der Ausbildung selbst, sondern können auch als Merkmal für seriöse Anbieter herangezogen werden.

Ausbildungsformen und Kosten

Zunächst einmal muss bei den Kosten unterschieden werden, um welchen Ausbildungsweg es sich handelt. Hier kommen Präsenzlehrgänge und ein Fernstudium infrage. Die Präsenzlehrgänge sind im Schnitt teurer als ein Fernstudium, da Sie vor Ort an der Schule unterrichtet werden und nicht zu Hause den Lehrstoff selbst erarbeiten.

Präsenz

Bei den Präsenzlehrgängen selbst gibt es dann weitere Unterscheidungsformen, unter anderem ob die Ausbildung in Vollzeit oder Teilzeit absolviert wird.

Bei einer Vollzeitausbildung wird die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie ganztägig an einer Heilpraktikerschule gemacht. Hier gibt es je nach Schule auch unterschiedliche Angebote, beispielsweise gibt es relativ kurze Intensivkurse für Personen mit beruflicher Vorerfahrung in diesem Bereich oder der Unterricht findet blockweise mit Unterbrechungen statt.

Bei Teilzeitangeboten gibt es ebenfalls unterschiedliche Ansätze, beispielsweise besuchen Sie abends den Unterricht oder an den Wochenenden. Die Dauer der Ausbildungen liegen zwischen drei Monaten bei Intensivkursen und zwischen zwölf und 24 Monaten bei anderen Präsenzunterrichtsformen. Die Gesamtkosten liegen dabei zwischen 4.000 Euro und 6.000 Euro. Bei Intensivkursen für Personen mit Vorkenntnisse ist der Preis teilweise deutlich geringer.

Es gibt auch einfache Vorbereitungskurse, die inhaltlich aber nicht mit einem Ausbildungslehrgang zum Heilpraktiker für Psychotherapie zu vergleichen sind. Diese liegen dann preislich zwischen 1.000 Euro und 1.500 Euro. Bei einigen Anbietern gibt es zusätzliche Module, die man absolvieren kann. Beispielsweise werden separate Inhalte für die Selbstständigkeit angeboten. Diese Angebote sind dann extra zu bezahlen.

Fernstudium

Beim Fernstudium liegen die Preise der seriösen Fernschulen im Schnitt ein gutes Stück unterhalb der Heilpraktikerschulen. Je nach Intensität, die Sie für die Ausbildung wünschen, starten hier einfache Vorbereitungskurse bei unter 1.000 Euro. Ein richtiger Fernlehrgang als Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie mit einer Regelstudienzeit von 15 Monaten im Schnitt kostet zwischen 1.800 und 2.500 Euro.

Lehrmaterialien kosten zusätzliches Geld

Bei den seriösen Angeboten sind viele Unterrichtsmaterialien in den Kosten bereits enthalten. So bekommen Sie für gewöhnlich die Unterrichtsskripte und auch Übungsaufgaben und weiterführende Materialien ohne zusätzliche Kosten. In wenige Fällen ist auch ein Standardlehrbuch in den Kosten enthalten.

Weiterführende Literatur, insbesondere Fachliteratur oder Bücher mit zusätzlichen Prüfungsfragen müssen Sie in der Regel selber bezahlen. Diese Fachliteratur ist meist sehr teuer, weshalb sich gebrauchte Bücher hier oft lohnen. Bei den meisten Kursen gibt es auch Empfehlungsliste für die Fachliteratur, an der man sich orientieren sollte.

Achtung! Prüfungsgebühr nicht vergessen!

Sie müssen aber noch weitere Kosten beachten, wenn Sie die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie absolvieren. So müssen Sie beispielsweise oft einen Erste-Hilfe-Schein vorweisen. Diesen müssen Sie ebenfalls bezahlen. Die Kosten für einen Erste-Hilfe-Kurs liegen zwischen 30 und 40 Euro.

Wesentlich entscheidender sind aber die Prüfungsgebühren. Diese sind in den Ausbildungskosten grundsätzlich nicht enthalten, denn Sie absolvieren die Prüfung am zuständigen Gesundheitsamt und nicht in der Heilpraktikerschule oder der Fernschule. Für die Prüfung gelten auch gesonderte Regelungen für die Zulassung beispielsweise und auch weitere Kosten müssen Sie hier berücksichtigen.

Die genauen schwanken dabei bundesweit ziemlich deutlich, denn jede Stadt und Kommune erhebt andere Gebühren für die Prüfung. Allgemein setzen sich die Gebühren zusammen aus einer Verwaltungsgebühr, einer Gebühr für Erteilung der Heilerlaubnis und der Aufwandsentschädigung der Prüfer und Beisitzer. Im Schnitt bewegen sich die Prüfungskosten zwischen 500 und 600 Euro. In einigen Städten liegen sie auch darunter, in manchen gar deutlich darüber.

Diese Fragen sollten Sie sich zu den Kosten in der Ausbildung stellen

Wie bereits erwähnt, können die Kosten der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie auch dafür geeignet sein, seriöse von weniger seriösen Schulen zu trennen. Sie sollten sich somit stets fragen, ob die monatlichen Gebühren alle Kosten sind, die auf Sie zukommen und welche Leistungen in diesen Kosten enthalten sind. Weitere Gebühren wie Anmeldegebühren oder Gebühren für Praxisseminare werden von den seriösen Schulen offen kommuniziert und in einem Gesamtpreis angegeben. Diese Informationen erhalten Sie von den Schulen auch auf deren Webseite oder in kostenlosen Info-Broschüren.

Wichtig ist auch die Möglichkeit der kostenlosen Verlängerung zumindest für einen gewissen Zeitraum. Seriöse Schulen erlauben das in der Regel, genauso wie es bei vielen Schulen möglich ist, eine kostenlose Testphase oder einen kostenlosen Unterrichtsbesuch zu absolvieren. Ein weiteres Merkmal ist, ob Sie den Vertrag vorzeitig kündigen können oder nicht.

Förderungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Förderungsmöglichkeiten, damit Sie nicht allein die Ausbildung finanzieren müssen. Am bekanntesten ist sicherlich der Bildungsgutschein. Dieser kann über die Agentur für Arbeit beantragt werden. Sie müssen nur nachweisen, dass Ihr Risiko der Arbeitslosigkeit mit der Ausbildung sinkt. Dafür müssen Sie nicht selbst arbeitslos sein. Mit dem Bildungsgutschein werden die kompletten Kosten der Ausbildung übernommen.

Weitere Fördermöglichkeiten sind die Begabtenförderung oder auch der Bildungskredit. Im ersten Fall müssen Sie eine fachnahe Ausbildung erfolgreich und sehr gut absolviert haben und nicht älter als 25 Jahre sein, um das Stipendium zu beantragen. Im zweiten Fall erhalten Sie einen Bildungskredit, wenn Sie auch Bafög-berechtigt sind. Für ältere Personen ab 45 Jahren gibt es zudem die WeGebAU als Förderprogramm. Weiterhin unterhalten die einzelnen Bundesländer Förderprogramme in der Form sogenannter Bildungsschecks.

Kann ich die Kosten absetzen?

Weiterhin können Sie die Kosten der Ausbildung auch steuerlich geltend machen. Jede Form von Bildungskosten können in der Steuererklärung angegeben werden und mindern so das steuerpflichtige Einkommen. So erhalten Sie indirekt über die Steuer ein Teil der Kosten für die Ausbildung vom Staat zurück.